Zusammenfassung der Themen 2014

Innovative Erzeugung, Konversion und Nutzung agrarischer Biomasse – Zukunftsfeld der Bioökonomie

Die 25. Hülsenberger Gespräche am 21. – 23. Mai 2014 in Lübeck befassten sich mit einem wichtigen Bereich der Agrarwirtschaft, der unter dem Generalthema: Nutzung agrarischer Biomasse – Zukunftsfeld der Bioökonomie stand.

Die Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen sind für die nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung aus Biomasse wichtige biologische Ressourcen und es müssen neue Wege gefunden werden, um die großen Herausforderungen wie z.B. globale Ernährungssicherheit, Erhaltung der genetischen Vielfalt, Energie-, Klima- und Umweltschutz zu lösen.

 

Im ersten Block wurde die Bedeutung der Bioökonomie herausgestellt und Dr. Christian Patermann (Bonn) und Dr. Henk van Liempt (Berlin) zeigten die bereits festetablierten Forschungsprojekte der Europäischen Union bzw. die nationale Forschungsstrategie der Bioökonomie auf. Dr. Bernd Schneider (Potsdam) präsentierte an einigen Beispielen wichtige Aspekte einer nachhaltigen Biomasseproduktion entlang der Wertschöpfungskette. Neue Landnutzungskonzepte standen u.a. im Mittelpunkt.

 

Im nächsten Tagungsblock wurden Innovationen in der Bodennutzung von Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner (Freising), in der Pflanzenzüchtung von Prof. Dr. Thomas Altmann (Gatersleben) und in der Tierhaltung von Prof. Dr. Manfred Schwerin (Dummerstorf) vorgestellt. Das Skyfarming von Prof. Dr. Joachim Sauerborn (Hohenheim) stellte eine mögliche Vision zur Lösung bestimmter Fragen dar. So kann eine Entkopplung von Pflanzenproduktion und Ackerfläche ermöglicht werden, um einen Beitrag zur Selbstversorgung der Städte zu leisten.

 

An zwei konkreten Beispielen wurde die Nutzung der Biomasse aufgezeigt. So kann eine intelligente Kaskadennutzung entlang der Wertschöpfungskette, die von stofflicher Nutzung über energetische Nutzung hin zur Bodenverbesserung führt, Konfliktpotentiale abbauen und den wirtschaftlichen Nutzen erhalten oder sogar verbessern. Prof. Dr. Tobias Pröll (Wien) zeigte am Beispiel von tierischen Reststoffen einen möglichen und gangbaren Weg auf. Prof. Dr. Wolfgang Kneifel (Wien) demonstrierte am Beispiel von Weizenkleie eine ganzheitliche Verwertung dieses wertvollen Rohstoffs. Zum Schluss dieses Themenblockes erläuterte Prof. Dr. Reiner Brunsch (Potsdam) die Verwendung der Biokohle, denn die entscheidet darüber, ob und wann der Kohlenstoff in den kurzfristigen biologischen Kreislauf zurückkehrt und welche Wirkung er dort erzielt.

 

Im letzten Themenblock wurde die Nutzung agrarischer Biomasse aus volks- und marktwirtschaftlicher Sicht betrachtet. Prof. Dr. Thomas Glauben (Halle) zeigte die Bedeutung osteuropäischer und zentralasiatischer Transformationsländer für die Weltgetreidemärkte auf. Diese sogenannten Getreidenationen verfügen über ausgeprägte Flächen und Ertragsreserven. Prof. Dr. Folkhard Isermeyer (Braunschweig) wies auf die Biomasse als unverzichtbare Grundlage für alle Volkswirtschaften hin und forderte die Politik zum handeln auf, damit die zunehmende Biomasseknappheit die globalen Nachhaltigkeitsziele nicht gefährdet. Zum Schluss erläuterte Prof. Dr. Joachim von Braun (Bonn) die Thematik aus globaler Sicht und stellte die „Biologisierung“ der Wirtschaft als agrarwirtschaftliche und industrielle Strategie heraus und forderte vermehrte Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen zu dieser Thematik.