Verleihung Förderpreis 2024/2025
Die H. Wilhelm Schaumann Stiftung ehrt Professorin Irena Czycholl auf den Hülsenberger Gesprächen 2026 in Hamburg

© Bärbel Herrmann
Professorin Irena Czycholl wurde auf den Hülsenberger Gesprächen 2026 für ihre herausragenden Verdienste in der Tierwohlforschung bei landwirtschaftlichen Nutztieren mit dem Förderpreis ausgezeichnet. (Prof. Dr. Gerhard Breves, Prof. Dr. Irena Czycholl, Prof. Dr. Joachim Krieter (Vorsitzender))
Forschungsschwerpunkt Tierwohl bei Tieren in menschlicher Obhut
Nach ihrem Studium der Tiermedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover promovierte Irena Czycholl an deren Außenstelle für Epidemiologie in Bakum über die Zuverlässigkeit des Welfare-Quality®-Protokolls zur Bewertung des Tierwohls bei Mastschweinen. Danach war sie am Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Christian-Albrechts-Universität in Kiel angestellt und beschäftigte sich mit dem Einfluss von Haltung und Management auf Gesundheit, Leistung und Verhalten landwirtschaftlicher Nutztiere. Schließlich habilitierte sie 2020 auf dem Gebiet der Fortschritte zu einer zuverlässigen, praktikablen und validen Beurteilung des Tierwohlbefindens in der Tierhaltung. Gleichzeitig schloss sie ihre Ausbildung zur Fachtierärztin für Verhaltenskunde ab. Nach einem Auslandsaufenthalt in den USA hat sie seit 2025 eine Professur an der Universität von Kopenhagen und forscht dort an Strategien zur Verbesserung des Tierwohls bei Tieren in menschlicher Obhut und zum Verständnis von Verhaltensstrategien von Tieren in ihrer Haltungsumwelt und dem Zusammenhang von Tierverhalten und Tiergesundheit.
Tierwohl messbar machen
„Die Erkenntnisse ihrer Arbeit tragen wesentlich dazu bei, das Konzept Tierwohl besser zu verstehen, die relevanten Parameter objektiv zu erfassen und zu quantifizieren. Sie sind für die gesellschaftliche Diskussion um das Tierwohl von entscheidender Bedeutung“, erklärte Professor Breves bei der Preisverleihung. „Tierwohl lässt sich nur verbessern, wenn wir es verlässlich messen können“, betonte die Preisträgerin. „Die Auszeichnung bestätigt die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Tierwohlindikatoren, denn eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung braucht belastbare Daten.“
© Angelika Sontheimer
